Bouldern in Fontainebleau

Vor etwa einem Jahr hat es mich erwischt.
Ich habe mit dem Bouldern begonnen und mich schnell auf 3-4 Trainingseinheiten pro Woche gesteigert.
Natürlich bleibt da ein Besuch in der Wiege dieses Sportes nicht aus. Diese Jahr im Juni sind wir nach nach Fontainebleau gefahren und haben dort unsere erste Outdoor Session gestartet.

Bouldern? Was ist das?

Falls du nicht weißt was Bouldern ist, hier ein kleiner Crashkurs.

Beim Bouldern kletterst du ohne Sicherung an Felsblöcken oder künstlichen Kletterwänden in Absprunghöhe. Des heißt im Notfall, kannst du in der Regel einfach herunterspringen ohne dich dabei zu verletzen.

Die Routen (auch Probleme genannt) bestehen in der Regel aus 4-10 Griffen und Tritten. Die Bewegungsabläufe solltest du vorher im Kopf genau durchgehen. Selbst wenn sich 4-10 Griffe sehr kurz anhören bringt es dich oft schnell an deine Leistungsgrenze.
Für manche Probleme benötigt du eine gute Balance, für andere viel Geschick und für andere pure Kraft.
Was du aber immer brauchst ist Selbstvertrauen und Mut 😉

Auf nach Fontainebleau

Nach etwa 6 Stunden Anfahrt haben wir den Campingplatz ‚ile de boulancourt‚ erreicht.
Der Campingplatz ist wirklich spitze!
Von Jerome wurden wir herzlich empfangen und mit etwa 28 EUR für 2 Nächte ist der Platz selbst im Sommer billig. Die Crashpads zum Absichern der Boulder(er) gibt es direkt am Platz für ca. 7,50 EUR am Tag zum Ausleihen.

Mit dem Zelt und Auto hat man in der hinteren Ecken des Platzes freie Platzwahl und wir wählen einen Platz direkt am Wasser. Der gesamte Platz ist von einem kleinen Fluss umzingelt.
Perfekt um auch mal die Angel ins Wasser zu halten und etwas zum Grillen zu fangen.

Nach etwa einer Stunde steht unser Camp und es gibt das erste alkoholfreie Bier (wir haben ja noch etwas vor 😉 ).

Le massif des Trois Pignons

Vom Campingplatz aus in Boulancourt brechen wir einfach mal in Richtung Buthiers auf.
Ein kleiner Ort der etwas nördlich des Campingplatzes liegt. Wir haben gelesen dort gibt es irgendwas zu Klettern.

Nach etwa 15 Autominuten erreichen wir das Zentrum von Buthiers.
Hier angekommen parken wir kurz und fragen uns wie es nun weiter geht.
Wo zum Teufel sind denn jetzt die Steine?

Auch das Informationsplakat mit der Info „Sie sind hier!“ hilft uns jetzt absolut nicht weiter.
Das einzig Gute hier in Buthiers, unsere Handys haben wieder Netz!
Etwa eine Woche vor unserer Reise wurde das EU-Roaming Gesetz erlassen. Also, alle rein ins Internet und schnell nach den Steinen suchen.

Dank der Seite bleau.info finden wir schnell ein Gebiet was scheinbar einige Spots und Routen bereithält.

Knapp 15 Minuten später ist es schon so weit. Wir parken auf dem Parkplatz der 3 Tauben und laden die Crashpads aus.

Ich selbst habe mir vor etwa einem halben Jahr das Ocun Paddy Kava V2 in der Bergfreunde Edition gekauft. Laut diversen Erfahrungsberichten und einiger Tests ein gutes Crashpad für den Einstieg ins Outdoor-Bouldering.
Mit knapp 120 EUR ist es auch preislich völlig in Ordnung.

In knalligem orange macht sich das Crashpad am Sandstein doch ganz gut 🙂

Unsere ersten Fontainebleau Routen

Vom Parkplatz aus nehmen wir einen kleinen Weg der direkt in den Wald hinein führt.
Nach wenigen Metern ragen rechts bereits große Sandsteinfelsen aus dem Boden heraus.

Es sieht so aus, als wären wir hier richtig 🙂

Etwa 100 Meter abseits des Weges sehen wir schon die ersten farblich gekennzeichneten Routen und andere Boulderer die an diversen Problemen arbeiten.
Irgendwie sieht hier jede Route unglaublich schwierig aus. Ganz anders als die Routen in den Boulderhallen.

Wir irren etwa 10 Minuten planlos herum und beschließen uns an irgendeiner Route auszuprobieren.

Die ersten Routen klettern wir noch recht vorsichtig, da niemand von uns Outdoor-Erfahrungen hat.
Sobald wir eine Route ausprobieren, verwenden wir vorbildlich alle Crashpads und es gibt in der Regel immer einer Person die den Kletternden spottet.

Wir sind erstaunt wie griffig der raue Fels doch ist.
Die Schuhe halten wahnsinnig gut und Hooks sind verdammt gut zu setzen und halten sicher.
Es ist wahnsinnig wichtig, dass du vor jedem Einstieg in eine Route deine Schuhe von Sand und Dreck befreist. Ansonsten verlierst du deutlich an Grip.

Meine Kletterschuhe, die Ocun Ozon und habe ich bereits einmal neu besohlen lassen. Ich bin immer noch sehr zufrieden mit diesem Schuh.
Mit ziemlicher Sicherheit, werde ich diesen Schuh ein weiteres mal besohlen lassen. Das Leder und auch die Verschlüsse des Schuhs sind immer noch sehr gut erhalten und erst wenig abgenutzt.

Am 2. Tag werden wir bereits etwas mutiger uns versuchen uns auch schon mal an etwas höheren Routen.
Diese sind allerdings immer noch weit ab von echten Highballs 😉

Temperaturen von 25-30 Grad machen die Probleme leider noch schwerer als sie eh schon sind 🙂

Fazit zum Bouldern in Fontainebleau

Wenn du gerne kletterst und irgendwann mal die Möglichkeit hast nach Fontainebleau zu kommen solltest du das auf jeden Fall machen.

Die Gegend ist unglaublich schön und die Boulder sind angenehm zu klettern. Auch wenn die Finger nach dem ersten Tag bereits ziemlich mitgenommen sind lohnt es sich!

Wir hatten leider nur 2 Tage zum Klettern. Definitiv zu wenig für 550 km Anreise.
Ich denke pro 100 km Anreise 1 Tag Aufenthalt wäre definitiv besser angesetzt. 🙂

Wenn wir nochmal nach „Bleau“ fahren, dann auf jeden Fall zu einer früheren Jahreszeit. Ende Juni ist definitiv zu warm.
Ich schätze März bis Mai wäre ganz klar die bessere Wahl.

Mein Fazit: Auf jeden Fall machen! Egal ob Anfänger, Fortgeschritten oder Profi. Selbst wenn du nicht kletterst und mit deinen Freunden einfach nur die Gegend genießt lohnt es sich sehr.

 

 

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