Mit dem Nachtzug von Bangkok nach Koh Samui

Die Einen fliegen.
Die Anderen nehmen den Bus.
Der Rest fährt mit dem Nachtzug.

Egal für welche Möglichkeit du dich entscheidest, du kommst immer in Surat Thani an um dort z.B. vom Donsak Pier nach Koh Samui, nach Koh Pha Ngan oder auch nach Koh Tao zu fahren.

Ticket kaufen

Die Tickets haben wir einen Tag vorher in der Touristen Information direkt im Bahnhof gekauft. Dort bekommst du das Kombiticket aus Bahn + Bus + Fähre.

In der Hochsaison macht es vielleicht Sinn die Tickets bereits im Vorfeld zu kaufen.
Wenn du die Tickets bei www.12go.asia kaufst, dann geht innerhalb 24 Stunden ein Mitarbeiter der Firma zum Ticketschalter und kauft dort das Ticket persönlich.
Das funktioniert ebenfalls mit Kombitickets und kostet nur geringfügig mehr.

Bangkoks Hauptbahnhof – Hua Lamphong

Am Hauptbahnhof Bangkoks (Hua Lamphong) sitzen wir in der Wartehalle und warten bis der Zug zum Einsteigen bereit ist.

Wir betrachten die Anzeigetafel und versuchen deren unterschiedlichen Blinksignale zu interpretieren.
Nach eine kurzen Diskussion einigen uns auf folgendes:

  • Steht der gewünschte Zug bereits auf der Anzeigetafel in hellem weiß kommt der Zug demnächst.
  • Sobald der Zug da und zum Einsteigen bereit ist beginnt die Anzeige zu blinken – jetzt schnell zum Gleis.
  • Hört das Blinken auf wird der Zug in Kürze den Bahnhof verlassen.

So zumindest unsere Theorie…

Alles Einsteigen, Bitte!

Nachdem unser Zug auf der Anzeigetafel immer weiter nach oben gerutscht ist beginnt er endlich zu blinken.
Es geht los, wir schnappen unser Gepäck und eilen zum Gleis.

Da steht der Zug auch schon. Am Ende befindet sich Wagen 15. Unserer.
Wir lassen einen Zugbegleiter kurz auf das Ticket schauen und er winkt uns hinein.

Im Zug suchen wir uns den korrekten Platz und setzen uns auf den vermeintlich richtigen.
Auf jedem Sitz gibt es 2 Nummern.
Eine Nummer die gilt wenn der Zug als Nachtzug fährt und eine zwei weitere wenn man die regulären Sitzplätze nutzt.

Gleich zu beginnt kommt ein Mitarbeiter vorbei und teil Speisekarten aus.
Für im Zug ist das Essen erstaunlich günstig.
Da wir uns bereits vorher mit Essbarem und Getränken eingedeckt haben bestellen wir nichts.

Wir fragen den Mitarbeiter ob wir auf dem korrekten Sitzplatz sitzen, er schüttelt den Kopf und zeigt uns dann unsere Plätze.

Nach etwa einer Stunde Verspätung rollt der Zug los. Ganz langsam und ziemlich holprig.

Es ist zwar bereits Dunkel aber der Blick aus dem Fenster lässt uns staunen.
Bereits direkt hinter dem Hauptbahnhof wohnen Menschen 3 oder 4 m neben den Gleisen.
Sie sitzen mit ihnen Kindern mitten auf den Gleisen und essen etwas.
Eine alte Frau läuft mit einem Rollator über die Bahnschwellen.
Eindrucksvolle Bilder die zum nachdenken anregen.

Schalfen im Nachtzug

Im Internet (z.B. bei www.12go.aisa) haben wir gelesen, dass das Zugpersonal die Wagons nach Männern und Frauen trennt.
Davon haben wir nichts gesehen. Unser Abteil war bunt gemischt.

Nun aber wieder zum Zug.

Es liegen immer zwei Sitzplätze mit je einer Sitzplatz-Nummer gegenüber. Die Sitze sind sehr breit.
Genug um das Gepäck neben sich zu lagern.
Möchte einer der Mitfahrenden schlafen gehen, eilt ein weiterer Zugbegleiter zur Stelle und klappt die unteren beiden Sitzbänke zu einem Bett um.
Das Bett für die zweite Person wird kurzer Hand von der Decke geklappt.
In dieser Klappe befinden sich auch die Vorhänge und Matratzen sowie die Kissen, Decken und Bettbezüge.
Geschätzt benötigt der Mitarbeiter etwa 1 Minute für 2 Betten – also ziemlich schnell.

Das Problem bei der ganzen Sache ist, sobald der erste Reisende schlafen möchte, baut der Mitarbeiter ebenfalls den Sitzplatz des zweiten Reisenden um.
Das bedeutet, dass der Zweite sich ebenfalls ins Bett verkriechen muss.

Nicht schlimm, die Betten sind tatsächlich ziemlich gemütlich.
Hat man sich einmal an das Schaukeln und Rumpeln gewöhnt kann man hier recht gemütlich liegen und die Zeit zum Ausruhen, Schlafen oder zum Arbeiten nutzen.

Oberes Bett im NachtzugDie oberen Betten im Nachtzug sind Bequem

Am nächsten Morgen

Nach etwa 5 – 6 Stunden Schlaf mit kleineren Unterbrechungen werden wir vom Lärm der umklappenden Betten geweckt.
Ein Mann läuft durch den Zug und versucht Kaffee und Tee an die Passagiere zu bringen.

Nach dem Aufstehen und dem Rückbau unseres Bettes bewundern wir die Landschaft.
Wir befinden uns bereits mitten im Grünen. Rechts und links befinden sich sumpfige Flächen, Palmen und allerhand tropische Pflanzen.

Umsteigen in den Bus

Auf einmal geht alles ziemlich schnell.
Der Zug hält an unserer Haltestelle in Surat Thani. Hier scheint der ganze Zug auszusteigen.

Noch am Bahnsteig werden wir nach unserem Ticket gefragt und in eine Gruppe weiterreisende einsortiert.
Am Büro der Busgesellschaft bekommen wir zur besseren Erkennung einen Aufkleber mit unserem Ziel auf die Brust gedrückt um anschliessend wieder sortiert zu werden.

Wir steigen mit 4 weiteren Personen in den kitschigsten Bus aller Zeiten!

Es geht weiter, wir werden von einem sehr fröhlichem, jungen Busfahrer rund 100 km zur Fähre transportiert.
Der Busfahrer hatte die erstaunliche Fähigkeit beim Fahren auf 2 Handys gleichzeitig zu tippen…

Umsteigen vom Bus auf die Fähre

Am Donsak Pier angekommen steigen wir aus dem Bus und laufen zum Ableger.
Kurz davor werden wir aufgehalten und gebeten noch ein wenig zu warten.

Die Gelegenheit nutzen wir um am Restaurant vor Ort noch einen Kaffee zu kaufen und eine Portion Fried Rice with Chicken zu frühstücken.
Das Essen am Pier kann sich wirklich sehen lassen. Es ist günstig und lecker.

Zuerst fahren einige Autos und Lastwagen auf die Fähre. Dann folgen die Passagiere.
Es sind erstaunlich wenige Passagiere. So wenige, dass auf unserer Ebene der Fähre rund 10 Plätze belegt sind.

Wir legen ab.
Ein kurzes Nickerchen und rund 2 Stunden später legen wir am Nathon Pier auf Koh Samui an.

Fazit der Reise mit dem Nachtzug

Die Anfahrt mit dem Nachtzug ist eine relativ komfortable Möglichkeit um von Bangkok nach Surat Thani zu reisen.
Mit insgesamt 1400 Bath pro Person (ca. 37 EUR) für Zug, Bus und Fähre ist es auch noch ziemlich günstig.

Es lässt sich recht gut schlafen, ist spannend und man sieht wesentlich mehr als wenn man das Flugzeug nimmt.

Die sanitären Anlagen im Zug sind recht rustikal aber sie funktionieren!
Ein Loch im Boden des Zuges, dass einen Blick bis auf die Gleise gewährt funktioniert eben immer 😉
Die Waschbecken funktionieren und sind in Ordnung.
Zum Zähneputzen haben wir dennoch Trinkwasser und eine leere Flasche benutzt.

1 Kommentar

  1. Hallo und vielen Dank für den interessanten Artikel. Bekannte fahren auch ab und an nach Koh Samui. Sie mieten sich dort immer ein Haus am Stand.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*