Two nights in Bangkok and the world’s your oyster…

Schon auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel kam uns die Stadt riesig vor.
Das gigantische Ausmaß von Bangkok wird uns jedoch erst am nächsten Morgen bewusst.

An diesem Morgen kümmern wir uns als erstes um unsere weitere Reise.
Wir machen uns auf den Weg zum Hauptbahnhof Bangkoks – dem Hua Lamphong – um die Tickets für den Nachtzug nach Surat Thani zu kaufen.

Bereits an der ersten Ecke bleiben wir planlos stehen und versuchen die korrekt Richtung auszumachen.

Touristenfalle Nr. 2

Noch an der ersten Ecke werden wir angesprochen was wir vorhaben. In der Hoffnung einen Tipp für die richtige Richtung zu erhalten antworten wir, dass wir zum Hauptbahnhof wollen.

Der ältere Herr antwortet damit, dass wir nicht den ganzen Weg bis zum Hauptbahnhof zurücklegen müssten um die Tickets zu kaufen.

Kurzer Hand nimmt er uns mit in eine etwa 15 Gehminuten weit entfernte „Touristeninformation“.
Auf dem gesamten Weg dort hin erzählt der Mann, dass wir keine Angst haben müssten, er nicht unser Geld wolle und wir gleich da wären.
Er wohne dort um die Ecke und würde nun eh nach Hause gehen.

An dem Laden angekommen wundern wir uns ein bisschen, dass wir bis dato weder beklaut oder beraubt wurden jedoch tatsächlich einen Laden mit der Aufschrift „Tourist Information“ vorfinden. Hier geht der alte Mann direkt mit hinein und verschwindet kurz in einem Hinterzimmer.

Wir fragen eine freundliche Dame nach dem Preis für die Fahrt nach Surat Thani und bekommen einen Preis genannt der uns für die Busfahrt zu hoch erscheint. Nicht unverschämt hoch, jedoch zu hoch.
Abgesehen davon wollten wir lieber mit dem Zug reisen. Davon hatte uns die Dame und der Herr allerdings abgeraten da dort Verbrecher mit K.O. Tropfen unterwegs wären.

Im Nu verschwinden wir wieder aus dem Laden und ‚bedanken‘ und trotzdem – höflich wie wir sind.

Die positive Sache an der Geschichte ist, dass wir nun 15 Minuten näher am Hauptbahnhof sind.

Lektion (ein wenig) gelernt: Nicht anquatschen lassen.

Hua Lamphong

Endlich am Bahnhof angekommen macht dieser, im Gegensatz zur Stadt, einen ziemlich sauberen Eindruck.
Sauberer als so manch ein deutscher Bahnhof.

In der Mitte der Bahnhofshalle stehen viele Bilder und Fotografien zu ehren des kürzlich verstorbenen Königs Bhumibol Adulyadej.

Hier bekommen wir auch die genauen Informationen zu unserer Route und werden in einer echten „Tourist Information“ gut beraten. Der großer Berg Trekkingrucksäcke und Koffer, die hier untergestellt wurden verrät uns, dass wir hier richtig sind.

Unsere Frage nach der Sicherheit des Zuges wird nur müde belächelt.

Noch schnell die Tickets bezahlen und wir verabschieden uns um Bangkok weiter zu entdecken. Auf dem Weg nach draußen kaufen wir noch eine bereits geschälte und geschnittene Mango für weniger als 1 EUR.

Im flocblog haben wir gelesen, dass Bangkok zwar keinen Hop On Hop Off Bus hat jedoch der Bus sich mit der Nummer 53 dazu gut eignet (21 Sehenswürdigkeiten in Bangkok mit dem Hop On Hop Off Bus).

Draußen angekommen stellen wir uns an irgendeine Bus Haltestelle. Im Minutentakt halten hier Busse, jedoch keiner mit der Nummer 53.

Nach zirka 25 Minuten entschließen wir uns wieder einmal, das beste Fortbewegungsmittel der Welt, unsere Füße zu benutzen.

Wat Pho

Wir ziehen los und peilen mit Hilfe von Google Maps den Wat Pho Tempel an.
Der Wat Pho Tempel liegt direkt neben dem großen Königspalast und scheint (laut Karte) recht groß zu sein.

Auf dem Weg dorthin lassen wir die TukTuk- und Taxifahrer gekonnt abblitzen.

Leicht verschwitzt und gestresst angekommen stürmen wir auf das Gelände der Tempelanlage, zahlen 100 Baht Eintritt und erhalten jeder eine gratis Wasserflasche.
Noch im Eingangsbereich hören wir auf den Straßen vor dem Tempel Autos hupen und Verkehrspolizisten mit ganzer Kraft in ihre Trillerpfeifen blasen.

In der eingemauerten Anlage angekommen, kommt es uns vor als hätten wir mitten in der Hektik eine Oase der Ruhe gefunden.
Die Abgase, die Trillerpreifen und auch der Lärm der Autos… – alles weg!

wat pho tempelanlage bangkokwat pho tempel dachspitzehdr

Königspalast & die 30 tägige Trauerphase

Direkt neben dem Wat Pho liegt auch der Königspalast.

Hier findet heute scheinbar eine Art öffentliche Trauerfeier statt um den König zu verabschieden. Der Anlass für die „Straßenfest“-ähnliche Versammlung ist der Ablauf der ersten 30-tägigen Trauerphase.

Bereits die Straßen vor dem Königspalast sind weiträumig abgesperrt.
Die Eingänge zur Sperrzone werden durch Militärs kontrolliert. Es wird penibel in jeden Rucksack und jede Tasche geschaut.

Fast jeder hier trägt schwarze Kleidung.

Obwohl wir nicht bunt angezogen sind kommt es uns so vor als stechen wir aus der schwarzen Masse heraus.

In mitten der Menschenmassen sind immer wieder Stände aufgebaut. Die Stände versorgen die trauernden mit kostenlosem Trinkwasser und warmen Essen.

Immer wieder sind geschmückte Wandbilder und Statuen von König Adulyadej zu finden.

Wir laufen einmal durch die abgesperrten Straßen, vorbei an den Sicherheitskontrollen und lassen die Stimmung auf uns wirken.
Ein komisches Gefühl.
Wir fangen uns an zu fragen wie wohl die Menschen bei uns reagieren würden wenn ein Staatsoberhaupt einen schnellen Abgang hinlegt…

Bus fahren in Bangkok

Ein paar Straßen weiter, abseits der Trauerfeier sehen wir zufällig den 53er Bus um die Ecke biegen.
Leider zu spät. Wir bekommen ihn nicht mehr.

Wir stellen uns an eine Bushaltestelle wo der Bus vorbei gefahren ist und beschließen uns hier auf den nächsten zu warten.
Direkt gegenüber sind unterschiedliche, laute Schüsse zu hören. Bis wir das Schild für eine Shooting Range entdeckten hielten wir die Schüsse noch für Chinakracher.

Eine Shooting Range in Mitten der Stadt…

Nach rund einer Stunde Wartezeit kommt endlich der lang ersehnte Bus. Wir steigen ein und schauen uns um ob jemand Fahrkarten verkauft.
Wir sehen niemanden der Fahrkarten verkauft und auch niemanden der welche kauft.
In einem anderen Blog haben wir gelesen, dass die roten Busse kostenlos wären. Wir akzeptieren das einfach mal.
Der Bus fährt gut 45 Minuten durch die Stadt in denen wir weitere Eindrücke der Stadt aufnehmen.

Zurück am Hauptbahnhof laufen wir den restlichen Weg bis zum Hotel.

Nach einem schnellen Abendessen besuchen wir kurz noch die Skybar des Hotels.
Die höchste Bar der Stadt.
Im 64. Stock.

lebua-skybar

Hier beginnen die Preise für Cocktails bei etwa 15 Euro und haben quasi kein Ende.
Wir genießen den Ausblick und konsumieren gemütlich die zwei gratis Cocktails, welche bei der Buchung des Zimmers dabei waren – 2x Hangovertini

Bangkok mit der Fähre

Am nächsten Morgen checken wir aus dem Hotel aus.
Unser Gepäck dürfen wir im Hotel lassen. Es wird durch einen Pagen in einen abgeschlossenen Raum gebracht.

Mit unserem Handgepäck im Schlepptau gehen wir zum nahegelegenen Pier am Chao Phraya.
Die Station nennt sich Oriental und hat die Nr. 1

Wir steigen auf die Fähre um weiter im Norden wieder auszusteigen.
Für 14 Baht pro Person (etwa 37 Cent) fahren wir etwa 10 Minuten flussaufwärts und steigen am Ratchawong Pier aus.

Von hier lassen sich China Town und der indische Distrikt schnell erreichen.

China Town

Bunt.
Kitschig.
Alles aus Plastik.

Wir erkennen sofort, dass wir in China Town sind als wir durch die teilweise 1,5 m breiten Gassen geschoben werden.
Ab und zu quetschen sich noch Motorroller durch die engen Gassen.
Recht und links blockieren Stände mit bunten Kunststoffartikeln den Weg.
Zwischendurch immer wieder mal Stände mit Essen oder billigem Schmuck.

Wir fragen uns wer das hier alles kauft.
Kistenweise Quitscheenten aus Plastik, rollenweise Stoffbahnen und Kuscheltiere in allen Formen und Größen.

Unterwegs essen wir das bekannte Gericht Pad Thai an einem der unzähligen Street Food Stände. Wir nehmen einen halben Meter neben dem riesigen Wok Platz und sehen zu wie die gut gelaunte Thailänderin unser Essen zubereitet.

Unsere anfängliche Bedenken gegenüber dem Street Food Essen sind schnell beseitigt und wir kaufen uns im Anschluss Granatapfel- und Kokussnusssaft, ausserdem ein paar Frühlingsrollen und Maistaler auf die Hand.

Das indische Viertel

Im indischen Viertel sieht es ähnlich aus wie in China Town.
Hier wir jedoch viel Stoff statt Plastik verkauft und geschneidert.

Wir finden Läden die tortenähnliche Hochzeitskleider herstellen und verkaufen.
Andere bringen maßgeschneiderte Anzüge an den Mann.

Schiffrundfahrt

Die Zeit bis der Nachtzug geht überbrücken wir mit rumschlendern und suchen weitere Aktivitäten. Zurück am Ratchwong Pier werden wir angesprochen, ob wir nicht eine private Rundfahrt mit einem Langboot machen möchten.
Wir bekommen kurz die Route vorgestellt und handeln den Preis von 800 Baht pro Person zusammen mit einem weiteren Pärchen auf 700 Baht pro Pärchen herunter.
Die Fahrt mit dem Langboot soll etwa eine Stunde dauern.

Wir steigen in das wackelige Boot und der „Captain“ startet den Motor.

Wir überqueren den Chao Phraya und biegen in einen kleinen Flussarm ein.
Auf der Tour mit dem Longtail Boat sehen wir neben einigen Varanen, sehr viele und vor allem große Fische.
Vorbei an echten thailändischen Holzhäusern mit ihren filigranen Schnitzereien, etlichen kleineren Tempelanlagen und an einigen Barracken.

Am Ende der Tour lässt der Fahrer uns einfach auf der anderen Seite des Flusses raus.
Wir akzeptieren das ohne murren, da wir eh noch relativ viel Zeit haben.

Mit dem Wassertaxi geht es anschließend zurück zum Hotel wo wir unser Gepäck wieder an uns nehmen.
Vollbepackt machen wir uns auf den Weg Richtung HBF. Nach ca. 500 m machen wir dem ersten freien TukTuk Fahrer deutlich, dass wir zum Hua Lamphong möchten und bezahlen ihn mit 150 Baht für die recht kurze Strecke.

Am Hauptbahnhof angekommen kaufen wir uns einen Kaffee und warten auf unseren Zug.
Eine Stunde später als geplant bricht der Zug endlich in Richtung Surat Thani auf.

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